
Es ist kein Zuckerschlecken, über 30'000 Christen aus der ganzen Schweiz mit den öffentlichen Transportmitteln an den Christustag kommen zu lassen. Sonderzüge und Spezialfahrpläne aufzusetzen braucht viel Planung. Die Organisatoren rufen die schweizer Christen auf sich so schnell wie möglich anzumelden, wenn möglich noch vor dem 15. April. Die definitive öV Planung muss bereits Ende April fertig sein...
Interview mit Lukas Haldemann, Direktor von Innotix und verantwortlich für die Christustag-2010-Mobilität.
Der Christustag 2010 hat den Vorverkauf eingeführt. Was ändert dies für die Teilnehmer des CT? Der Vorverkauf bedeutet vor allem, einen gesicherten Platz im Stadion im selbst gewählten Sektor. Vor sechs Jahren mussten Tausende mit einer kurzfristig organisierten Übertragung in eine Halle vorlieb nehmen. Zusätzlich beinhaltet das Ticket auch die Bahnfahrt aus der ganzen Schweiz nach Bern und zurück.
Und was ändert es für die Organisatoren? Es erlaubt uns, die Kapazitäten für Extrazüge und Parkplätze, aber auch im Bereich Sicherheit und Verpflegung, viel besser zu planen und so keine unnötigen Kosten zu generieren. Zudem wird es dadurch auch für alle genug Platz und Essen bereit haben. Für den Christustag hat der Vorverkauf den Vorteil, dass er schon früher über das Geld verfügen kann und so weniger Darlehen aufnehmen muss.
Können Sie uns eine Idee der Komplexität für die SBB geben, mehr als 30'000 Personen aus der ganzen Schweiz nach Bern für einen 1-tägigen Event zu transportieren? Ein durchschnittlicher Wagen der SBB kann rund 80 Personen transportieren, kommen über 90% per Bahn ins Stade de Suisse, ergibt dies mehr als 300 Bahnwagen alleine für den Christustag. Gleichzeitig findet in Bern aber auch noch der Frauenlauf mit mehr als 10'000 Besucherinnen statt. Für diese zusätzlichen Extrazüge müssen in der Nacht vorher alle verfügbaren Wagen quer durch die Schweiz an die Ausgangspunkte gefahren werden. Zudem fehlt in Bern der Platz um so viel zusätzliche Züge während dem Tag abzustellen, diese müssen daher leer bis Fribourg oder Lausanne zum abstellen gefahren werden.
Im S-Bahnhof Wankdorf können nur kurze Züge anhalten, daher fahren einige der Extrazüge bis in den Hauptbahnhof von Bern und alle Regelzüge nach Bern werden auf die maximale Länge verstärkt. Ab Bahnhof Bern ist der Transfer mit Shuttlezügen Tram und Bus ins Wankdorf sichergestellt.
Wieviele Züge (normal und spezial) werden die Teilnehmer des CT am 13. Juni transportieren? Momentan gehen wir von 13 Extrazügen für die Hinfahrt und mindestens so vielen Extrazügen für die Rückreise aus. Die genaue Zahl wird aufgrund des Vorverkaufs bis Ende März laufend der Nachfrage angepasst. Zusammen mit den normalen Zügen werden über 60 Züge des Fernverkehrs Christustagbesucher nach Bern und zurück bringen, dazu kommen nochmals so viele S-Bahnen der BLS.
Was müssen Christen sich bewusst sein, damit dieses Mobilitäts-Konzept richtig funktioniert und allen einen Platz im Zug garantiert? Sichern sie sich ihr Billett im Vorverkauf frühzeitig, am besten noch vor Ostern. Auf dem Ticket, das im Mai verschickt werden wird, ist dann der Fahrplan für die Hinreise aufgedruckt. Bei Bestellungen nach dem 15. April können keine zusätzlichen Züge mehr organisiert werden und Stehplätze auf der Reise werden unvermeidlich.
Wenn sich alle an den genannten Fahrplan halten, sollte es aufgehen. Denken Sie auch daran, dass viele Besucher aus dem Tessin oder Graubünden schon vor 6 Uhr abreisen müssen. Daher sind alle dankbar, wenn diejenigen mit einer kürzeren Anreise frühzeitig ins Stade de Suisse kommen damit die von weit her anreisenden nicht noch früher aufbrechen müssen oder zu spät kommen.
Wie sind der Vorverkauf und das Mobilitätskonzept bei den Christen angekommen? Auch wenn es vereinzelt Fragen zum neuen System gab, haben schon über 10'000 Personen die Chance gepackt und sich ein Billett im Vorverkauf gesichert. Die besten Sektoren im Stadion sind schon weg, aber es hat noch viele gute Plätze für alle die sich bald entscheiden dabei zu sein. Das Mobilitäts-Konzept ist sehr gut angekommen, über 93% planen mit dem öffentlichen Verkehr zu kommen. Wenn die Nachfrage weiterhin so hoch bleibt wird das Stadion an Ostern ausverkauft sein.
Sie sind eine Zug begeisterte Person. Was sind aber für die Teilnehmer die Auto Fän sind die Vorteile des Zuges am kommenden CT? Wer mit dem Auto kommen möchte findet selbstverständlich einen Parkplatz in der Nähe des Stade de Suisse. Ich empfehle aber, das Auto nur bis zum nächsten grösseren Bahnhof zu nutzen und dann im Zug gemeinsam mit anderen Christen aus der Region nach Bern zu fahren, so beginnt der Christustag schon unterwegs und wer weiss, was diese neuen Kontakte alles auslösen können...
Interview: Christian Willi











